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Mütter und Väter sollen die echte Wahl haben zwischen Beruf und Kindern und allen Mischformen. Wir sind davon überzeugt, dass es nicht DEN einen richtigen Weg gibt und DEN einen Goldstandard.

Manche Eltern wollen und müssen arbeiten und/oder Karriere machen oder sie können nur den einen Job bekommen, der hohen Einsatz und viel Flexibilität erfordert. Manche Eltern können und/oder wollen für ihre Kinder da sein und benötigen trotzdem Regenerationszeit oder wünschen für ihre Kinder den Umgang mit sozialen Prozessen in einer Gruppe. Manche Eltern sind vielleicht überfordert oder krank oder haben nicht so viel Kraft für ihre Kinder und müssen viel Zeit in ihr Leben und ihre Erholung stecken damit sie die mögliche Zeit mit ihren Kindern auch wirklich nutzen können.

Gleichzeitig benötigen die Kinder mehr denn je eine gute Grundlage um den Herausforderungen der Zukunft mit Kraft zu begegnen. Sie sollen sich einerseits frei entfalten können und trotzdem keine Entwicklungsfenster verpassen. Sie haben einen Anspruch auf konstante und hochwertige Betreuung und ein Recht auf das Erleben von Kunst, Kultur und Natur. Ein Recht auf alle Dinge die unsere Welt bietet, um sich zu entwickeln und zu lernen. Dafür benötigen sie Raum.

Eine Familie, die zuhause auf ein ästhetisches, gesundes und qualitativ hochwertiges Umfeld setzt,  Tisch und Esskultur pflegt; die ihr Kind liebevoll und anregend aufwachsen lassen möchte; der es wichtig ist, dass ihr Kind jeden Tag draußen und Kultur und Natur im Jahreskreislauf erfährt, erwartet zu Recht, dass diese Dinge auch bei einer Betreuung gewährleistet sind. Sie erwartet zu Recht, dass Nachhaltigkeit und Bildung nicht nur gepredigt, sondern auch (vor)gelebt werden.

Das alles ist nicht zu machen für ein paar Euro fuffzig und schon gar nicht in kalten und durch das Diktat des ‚alles muss praktisch sein, um 70 Kinder auszuhalten, aber wir machen es ja bunt und ein paar Bärchen sind auch dabei‘ geprägten Räumen, ohne Anbindung an die Natur. Ohne den vielen engagierten und sehr gut ausgebildeten Pädagoginnen Unrecht tun zu wollen: Durch die schlechte Bezahlung zieht der Beruf des Kindergärtners entweder unglaubliche Idealisten oder Bildungsverlierer an. Diese sollen dann Vorbild sein und Bildung (vor)leben. Lebenserfahrung, Lebenssicherheit, kulturelle Erfahrungen vorleben? Wie passt das zusammen?

Das ist ähnlich wie die Diskussion um das Schulessen. Alles möglichst billig, aber  qualitativ hochwertig. Das geht und passt nicht.

Warum schafft unsere reiche Gesellschaft es nicht, unabhängig von Hintergrund und Anforderungen ihren Kindern – die ja am Ende Pfeiler unserer Gesellschaft werden sein müssen (unser aller Nachbarn, Familie, Chefs, Kollegen) eine qualitativ angemessene und gleichzeitig kindgerechte und raumgebende Pädagogik zu bieten. Insbesondere den ganz Kleinen! Es ist doch allgemein völlig unstrittig, dass die ersten Lebensjahre die wichtigsten Jahre in der Entwicklung sind. Warum dann hier sparen? Ein Rätsel und für uns paradox.

Resilienz: Ein wichtiger Faktor. Noch ist nicht klar, wie genau er gefördert werden kann. Aber wie wichtig, dass er in jungen Jahren gefördert wird! Nature 490, 165–167 (11 October 2012) doi:10.1038/490165a  Mehr…

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