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In vielen Online- Publikationen findet man zur Zeit Artikel über Körpersprache und die Wirkung auf Zuhörer bei Präsentationen, in Bewerbungsgesprächen, in Gehaltsverhandlungen usw. Das heißt, Körpersprache als zentrales Instrument der Kommunikation. Warum schaut sich eigentlich niemand die Wirkung der Körpersprache in der Erziehung an?

Indirekt ist in vielen Ratgebern und Publikationen über den Umgang mit Kindern von Körpersprache die Rede. Nur explizit, als wirksames Mittel in der Erziehung von Kindern -in der ja Kommunikation ein ganz zentrales Element darstellt- wird davon nie gesprochen. Jetzt will ich natürlich nicht ausschließen, dass ich diese Publikationen nicht kenne oder Teile überlesen habe.

Bewusst eingesetzte Körpersprache hilft, Positionen deutlich und klar zu vertreten. Sie wirkt nicht nur nach außen, sondern kann auch einen Effekt nach innen haben. Eine innere Unsicherheit, kann in Sicherheit umschlagen, wenn man dementsprechend steht oder gestikuliert. Warum sollte anderes bei Kindern gelten? Natürlich durchschauen Kinder eine künstliche Haltung oder aufgesetzte Gesten; mögen sie fremde Erwachsene auch täuschen, Kinder ganz sicher nicht. Aus diesem Grund soll dies kein Plädoyer für eine unnatürliche Körpersprache sein, sondern es geht um die Verstärkung nach außen. Darum, die bereits existierende innere Überzeugung nach außen zu kommunizieren.

Nehmen wir folgende These an: „(…) das Gehirn simuliert, was andere tun oder fühlen.“ (J. Bauer,  Arzt, Neurobiologe und Psychotherapeut). Diese sogenannte Spiegelung der beobachteten Emotionen von anderen, trifft insbesondere auf Kinder zu. Es kann so weit gehen, dass die Kinder unbewusste Wünsche der Eltern aufnehmen, und sich dementsprechend verhalten. Schon Babys können Gesichtsausdrücke deuten. Da  Mimik Gefühle offenbart, ist sie wichtiger als die inhaltliche Information d.h. der sachliche Teil der Kommunikation.

Was passiert also, wenn die Eltern ihr Lachen nicht unterdrücken können, bei albernen aber unerwünschtem Verhalten? Mimik spricht eine klare Sprache, selbst wenn die begleitenden Worte Missbiligung ausdrücken. Das Kind wird es natürlich immer wieder versuchen. Es kann nicht verstehen, dass die Handlung einmal lustig war und das andere Mal die Eltern verärgert.

Ein dahin gesagtes: „Jetzt lass es doch mal bitte..“ zu einem zweijährigen Kind, wenn es die Schokolade mit den Händen matscht und im Zugabteil verteilt, wird keinen großen Effekt haben. Die zweite Ansage beim Tippen der SMS lautet dann schon: „Lass es jetzt, sonst…. „. Auch keine Folge. Dritte Ansage, immer noch am Handy: „Keeeevin, wenn du jetzt noch mal die Schokolade an den Sitz schmierst, dann kriegste morgen nix“. Keine Reaktion. Nach etlichem Bitten, Ignorieren, genervten Sprüchen und Androhungen, legt die Mutter das Handy zur Seite, schreit das Kind wutentbrannt an und haut ihm auf die Hand. Es ist nicht schwierig, hier die mehrfache Problematik und das Fehlverhalten zu erkennen. Wichtig ist also: Dem Kind volle Aufmerksamkeit schenken, in Mimik, Gestik und Ton übereinstimmend und in kurzen Sätzen deutlich machen, dass die Schokolade weggelegt werden soll. Begleitet werden sollte dies, durch eine Handlung. Dem Kind wird direkt und beim ersten Mal ruhig und bestimmt die Schokolade weggenommen und aus dem Sichtbereich entfernt.  Dabei muss deutlich sein, dass es sich nicht um eine Strafaktion handelt, sondern dass es jetzt einfach SO ist und auch richtig ist. Wenn also Handlung, Willen und Einstellung (Gedanken) in Einklang sind, wird das Kind dies auch akzeptieren können. Wenn Eltern ihr Kind einer anderen Person zur Betreuung überlassen und dieser Person misstrauen oder unsicher und ängstlich sind, wird sich die Haltung übertragen. Deshalb sollten Eltern auch erst ihre innere Haltung überprüfen. Ist dieses Verbot oder dieses Gebot wirklich das, was ICH persönlich wichtig finde? Oder stehe ich selber gar nicht dahinter und verbiete etwas, weil MAN das eben so macht? Man kann sich sicher sein, die Kinder merken den Zwiespalt und auch die ‚Unwahrhaftigkeit“ dahinter.

Steht man hinter bestimmten Regeln, und unterstreicht das „Nein“ mit der Körpersprache und einer direkten körperlichen Berührung oder Handlung, verstehen und akzeptieren Kinder diese Regeln schneller und leichter.

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