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Sprache lernen Kinder nur am tatsächlich gesprochenen Wort und dem direkten persönlichen Austausch. Gleichzeitig wird immer weniger im Familienumfeld gesprochen. Die Familien reduzieren sich in der Größe und zeitliche Restriktionen erlauben es nicht mehr, abends am Kamin zusammen zu sitzen, Geschichten zu erzählen und ihnen zu lauschen. Computer und TV sind keine geeigneten Mittel zur Sprachförderung. (Metastudie über 50 Studien:The American Academy of Pediatrics (AAP) has recommended that children younger than 24 months of age not be exposed to television.) Leider wird dies häufig von Eltern aber angenommen. Um den von  Sprachforschern und Pädagogen beobachteten Trend eines kleiner werdenden Wortschatzes umzukehren, bedarf es also der direkten Kommunikation. Diese bekommen Kinder natürlich auch im Kindergarten oder in der Tagesbetreuung. Wer heute jedoch den Betrieb und den Ablauf in den meisten Einrichtungen beobachtet (und hier gibt es Ausnahmen), der weiß um die Spracharmut.  Mit Spracharmut meine ich: 1. Breite des vermittelten und verwendeten Wortschatzes. 2.wenig direkte Kommunikation im Sinne von Geschichten, Märchen, Gedichten oder Reimen.

Darüber hinaus ist es natürlich illusorisch, dass eine Kinderbetreuung eine vorhandene und gelebte Spracharmut in der Familie aufholen kann.  Ein weiteres Argument ist der immer wieder betonte Zusammenhang zwischen dem gesprochenen Wort und den Bindungspersonen. Eine emotionale Belegung der Sprache, findet eben im direkten Erleben mit den Bindungspersonen statt. Um alle unten genannten Facetten abzudecken, muss nicht nur in der Runde erzählt, sondern auch dem Kind die Ruhe und Zeit geben werden, selber zu erzählen und sich auszudrücken.

Sprache hat sehr viele Facetten und Sprachprobleme zeigen sich nicht nur beim Wortschatz sondern auch durch:

Verständnisprobleme
Grammatikprobleme
Probleme mit der Aussprache
Probleme mit dem Satzbau
Erzählfähigkeit

Sprachentwicklung und Bewegung sind eng verknüpft. Die Teile im Gehirn, die für die Bewegung und Koordination vorgesehen sind, haben eine Verbindung mit dem Teil des Gehirns der für das Sprachzentrum zuständig ist. Bewegung führt auch zu Erlebnissen, die wiederum zum Erzählen über diese Erlebnisse anregen. Oder auch zum Fragen und Zuhören, wenn eine Bezugsperson erklärt und fremde Dinge benennt. Insbesondere Wiederholungen von Silben und Worten festigen diesen Prozess. In den Kleinkindmärchen und -erzählungen werden genau diese Dinge aufgegriffen. Zum Beispiel wird in dem sehr beliebten norwegischen Märchen „Die drei Böckchen Bruse“ in immer wiederholenden gleichen Sätzen erzählt, wie die Böckchen über die Brücke gehen. Nur der Klang verändert sich mit der Größe des Bocks. Von „Trippel di Tripp, Trippel di Tripp“ des Kleinsten über „Trab Trab Trab, Trabel di Trab“ des Mittleren, bis zum „Trop Trop TropTropelditrop“. So verbinden sich Laute mit Bildern und die Wiederholungen erfreuen kleine Kinder und regen zum Mitsprechen an. Am schönsten finden Kinder es, wenn sie die Geschichten so häufig gehört haben, dass sie sie auch mitsprechen können. Dann wird sehr deutlich wie sehr sie sich an den Lauten, den Tönen und den alten bekannten, sich wiederholenden, Refrains und Sätzen freuen.

Sprache und Bewegung in einen Zusammenhang gebracht zum Beispiel durch Reigen und Bewegungsspiele, manifestiert die Sprachkompetenz und führt so zu einem besseren Sprachverständnis.

Mathematische Grundverständnisse funktionieren nach einem ähnlichen Muster: Orientierung in Raum und Zeit über Bewegung und Balance führen zum erleichterten Zugang zu abstrakten Zahlen und Rechenoperationen.

All dies erfordert Zeit, Raum und viel direkte Kommunikation.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/kognitionsforschung-schon-am-baby-sieht-man-die-spaeteren-erfolge-a-864144.html

So sehen Kinder vor dem TV aus:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/foto-wettbewerb-talents-schau-mir-in-die-augen-kleiner-1.1263460-7

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