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Achtung: das folgende Blog ist tendenziös und sozialromantisch…

Neben den Rufen nach mehr Betreuungsplätzen, gibt es eine starke Fraktion, die von einer „dunklen Seite der Kindheit“ spricht. Von dieser Seite werden Argumente und Studien geliefert, deren Ergebnisse ich hier nicht widersprechen möchte. Was ich sehr vermisse ist jedoch die objektive Klarheit und die Beschäftigung mit den Problemen der „Betroffenen“ und der darauf folgenden konstruktiven Lösungsvorschläge. Es muss doch gefragt werden, ob es zielführend ist, den alleinerziehenden Eltern, -die qua Gesetz arbeiten müssen,- oder auch den überforderten Eltern oder den kranken Eltern, vorzuhalten, wie sehr sie ihre Kinder schädigen (dazu hier). Man stelle sich eine(n) alleinerziehende(n) Mutter/Vater vor, der/die versucht, seine/ihre Arbeitsstelle zu halten – das heißt sich ständigen Anfeindungen der funktionierenden Arbeitswelt  ausgesetzt sieht- und gleichzeitig eine gute Betreuung zu finden (die diese Eltern nicht konstant in Unruhe an ihre Kinder denken lässt) und zusätzlich gute Eltern zu sein und nebenher noch den Haushalt zu schmeißen. Diesen überlasteten und verzweifelten Eltern setzt man nun auch noch dem Vorwurf der Kindesmisshandlung aus (Zitat: „Chronische Stressbelastung ist im Kindesalter die biologische Signatur der Misshandlung. Kleinkinder dauerhaftem Stress auszusetzen, ist unethisch, verstößt gegen Menschenrecht, macht akut und chronisch krank…“). Dem Schreiber des Artikels ist natürlich bewusst, dass es bei dem Artikel um Forderungen an die Politik und Gesellschaft ging. Jedoch ist die Lebensrealität in Deutschland eine andere und den Eltern, die konstant im schlechten Gewissen leben, hilft diese Erkenntnis dann auch nicht mehr.

Es ist wohl jedem bewusst, dass Kindergärten mit 75 Kindern, quadratisch-praktisch=gut gestaltet, mit Essensbuffet und freiem Konzept (heißt: die Kinder machen das wozu sie Lust haben, weil das am wenigsten anstrengend ist für die Erzieher..) mit irrer Lautstärke,  mit kleinem hässlichen Garten und mit sich beschwerenden Nachbarn, mit wenig Lern- Kultur- und Kunst begeistertem wechselndem Personal, mit Matratzen auf dem Boden, mit Erdbeeren aus China im Winter usw.. nicht GUT für Kleinkinder ist! Aber der folgende Reflex zu sagen: das ist nicht gut, also KEINE Kinder in die Betreuung, scheint mir etwas zu einfach und zu vorschnell. Warum nicht folgendes überlegen: Wir brauchen Plätze (aus welchem Grund auch immer, ob richtig oder falsch wird an anderer Stelle diskutiert). Wir haben ein Problem mit der gesundheitlichen und seelischen Belastung der Kinder (und diese werden genau analysiert). ALSO bauen und gestalten wir Betreuung, die so positiv wie es nur geht auf die Kinder wirkt, die genau die festgestellten Stressauslöser eliminiert, die familiäre Betreuung mit Bezugsbetreuung bietet. UND DAS:   koste es was es wolle! 

Dann hätten wir somit folgende Situation für die oben skizzierten Alleinerziehenden:

Die Eltern können den Forderungen des Arbeitsmarktes (und wir hatten ja gesagt, wir werten hier nicht und werden uns weiter für bessere Bedingungen einsetzen) besser und in Ruhe gerecht werden. Sie können sich auf ihre Arbeit konzentrieren und wissen, dass ihre Kinder in der Betreuung viel draußen sind, gesund essen, liebevoll und kindgerecht betreut werden, in wunderschönen Räumen mit einem ruhigen und schönen Außengelände, mit Rhythmus und Struktur und Schlaf in ihrem eigenen Bettchen in familiärer Atmosphäre und viel Ruhe und Zuneigung und mit kulturell – und naturbegeisterten musikalischen, nicht wechselnden Bezugspersonen…. (Ok das könnte hier jetzt noch so weitergehen… ) aber dann würden diese Eltern einen ruhigeren Abend verleben mit dem Gefühl, dass ihr Kind schon viel Zuspruch und Spiel und Natur und gutes Essen bekommen hat und dies jetzt nicht in den verbleibenden 1.5 Stunden neben Kochen, Haushalt und Kinder ins Bett bringen geleistet werden muss. Die Kinder werden eine gute und ruhige Nacht verleben und gerne morgens in ihre Betreuung gehen…

Ja, das Blog ist etwas überspitzt dargestellt, aber ich bin mir sicher, viele Eltern erkennen sich wieder. Warum löst man also nicht erst einmal das Problem für Eltern und Kinder so gut und schnell es geht und begibt sich dann  in endlose Diskussionen warum, wie und was… ?

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