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Im Gegensatz zu vielen Blogs, Einträgen und Kommentaren bin ich der Meinung: Fernsehen ist weder notwendig für Kinder noch ist es der Entwicklung der Kinder zuträglich. Warum ich dieser Meinung bin möchte ich im Folgenden näher ausführen. Ich werde regelmässig einen weiteren Grund einfügen, bis zumindest meine „Top Ten“ aufgeführt sind

1. Es ist inzwischen eine Binsenweisheit und wird von allen Experten mitgetragen: Kinder brauchen Bewegung. Soviel Bewegung wie möglich. Die Bewegungspyramide von aid spricht von mindestens zwei Stunden Bewegung für Schulkinder (siehe hier). Diese Zeiten erreichen viele Schulkinder heutzutage nicht mehr und etliche Studien weisen auf die Folgen von diesem Bewegungsmangel hin. Wenn Eltern – die ja ein Interesse an einer guten Förderung ihrer Kinder haben – sehen, wie wichtig für die Gehirnentwicklung Bewegung ist, dann stünde kaum noch Fernsehzeit zur Verfügung. Alleine aus dem Bewegungaspekt heraus. Mit Bewegung ist hier aber nicht ein „Abreißen“ monotoner Sportarten gemeint, sondern die Vielseitigkeit unterschiedlicher Bewegungsmuster. Es geht für die Kinder um die Entdeckung ihres Körpers und des Raumes durch Bewegung und Sport. Kinder verbessern die Körperbeherrschung durch Bewegung und direkte Erfahrungen. Bewegung ermöglicht konstantes Lernen. Bewegungsmuster festigen sich erst mit ständigen Wiederholungen. Man kann sich das Gehirn wie eine Wiese vorstellen, auf der hohes Gras wächst. Nun werden, über Aktivitäten, kleine Trampelpfade gebildet. Diese Pfade werden fester und größer, je mehr die entsprechenden Areale und Pfade genutzt werden. Auf diesen schönen und breiten  Wegen lässt sich viel leichter fortkommen. Anders gesagt: Je verschiedenartiger und komplexer Bewegungen und Spiele sind, desto mehr Pfade und Pfadverbindungen stehen zur Verfügung. Es gilt, die Pfade und Verbindungen auszubauen.  „Je komplizierter und verzweigter diese Straßennetze im Gehirn herausgebildet werden, desto mehr kann ein Kind dann im späteren Leben miteinander verbinden und in Beziehung setzen, desto umsichtiger und achtsamer wird es in seiner Wahrnehmung und desto vielfältiger und reichhaltiger wird das Spektrum der Reaktionen, die es zur Lösung von Problemen einsetzen kann.“ (Prof. Hüther).

Zusammenfassend fördert Fernsehen nämlich genau die negativen Faktoren, die Prof. Hüther herausgestellt und als Blockierer für „Die Herausbildung komplexer Verschaltungen im kindlichen Gehirn […]“ identifiziert hat.

„[…]wenn Kinder in einer Welt aufwachsen, in der die Aneignung von Wissen und Bildung keinen Wert besitzt (Spaßgesellschaft),
wenn Kinder keine Gelegenheit bekommen, sich aktiv an der Gestaltung der Welt zu beteiligen (passiver Medienkonsum),
wenn Kinder keine Freiräume mehr finden, um ihre eigene Kreativität spielerisch zu entdecken (Funktionalisierung),
wenn Kinder mit Reizen überflutet, verunsichert und verängstigt werden (Überforderung),
wenn Kinder daran gehindert werden, eigene Erfahrungen bei der Bewältigung von Schwierigkeiten und Problemen zu machen (Verwöhnung),
wenn Kinder keine Anregungen erfahren und mit ihren spezifischen Bedürfnissen und Wünschen nicht wahrgenommen werden (Vernachlässigung).“

Prof. Hüther:http://www.gerald-huether.de/

Warum kann ich trotzdem Gründe nachvollziehen, aus denen Eltern ihre Kinder ab und zu fernsehen lassen (jedoch niemals vor dem vierten Lebensjahr: siehe Bundesprüfstelle jugendgefährdender Medien)

  1. Es kann Extremsituationen geben, in denen der Fernseher eine letzte Option ist. Sei es, dass Eltern krank sind oder einfach nicht mehr können oder einfach nur noch überfordert sind.

Jedoch würde ich persönlich eher Hörspiele vorziehen. Damit ist wenigstens die Setzung der Bilder innerlich aus dem Kind heraus gesichert und kommt nicht von außen.

2. Selbstredend müssen Kinder nicht bis zum 18. Lebensjahr isoliert von TV und Medien leben. Es ist etwas sehr individuelles ab welchem Alter Kinder ausreichend gefestigt sind um den Medien und ihren möglicherweise schädlichen Wirkungen ausgesetzt sein zu können. Deshalb müssen Eltern diese Entscheidung ebenso individuell für ihr Kind treffen.

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