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Im Gegensatz zu vielen Blogs, Einträgen und Kommentaren bin ich der Meinung: Fernsehen ist weder notwendig für Kinder noch ist es der Entwicklung der Kinder zuträglich. Warum ich dieser Meinung bin möchte ich im Folgenden näher ausführen. Ich werde regelmässig einen weiteren Grund einfügen, bis zumindest meine „Top Ten“ aufgeführt sind

2.  Lernen über Erfahrung und Sinne

Entwicklung ist ohne sinnliche Erfahrung nicht möglich. Jedes Erlebnis und jede Sinneserfahrung bestärkt das Kind und lässt Entwicklung zu. Sinneserfahrungen, die genau in den entsprechenden Entwicklungsfenstern gemacht werden, führen zur Vernetzung von Nervenzellen im Gehirn.

Alle Fähigkeiten und Kompetenzen, die wir als Menschen benötigen um unser Leben zu meistern, hängen eng miteinander zusammen. Schlecht entwickelte motorische – und Eigenwarnehmungskompetenzen können zu Lautbildungsstörungen und diese u.a. wiederum zu Schreibfehlern in der Schule führen. Freies Experimentieren, Naturerfahrungen, Berührungen und Sinnesaktivitäten sprechen ganzheitlich alle Sinne an. Nervenbahnen werden geübt und trainiert. Und Problemlösekompetenzen gestärkt. Neben der Aktivität, benötigt das Gehirn auch Ruhephasen. Ruhephasen haben Gehirne nicht vor dem Fernseher. Stattdessen erfolgt eine Anregung zur passiven bruchstückhaften assoziativen Gedankentätigkeit. Diese erfolgt nicht eigendynamisch, sondern von außen und ist völlig unabhängig von den geschauten Inhalten.  Fernsehen bietet somit weder echte Sinneserfahrungen, noch erlaubt es Ruhephasen.  „Genau aus diesem Grund ist es nicht egal, ob eine Vierjährige nachmittags vor dem Fernseher sitzt oder mit Gleichaltrigen auf einem Abenteuerspielplatz spielt. Das Gehirn des Spielplatz-Kindes wird ein anderes werden als das des Fernseh-Kindes. Und mit einem anderen Gehirn ist ein Kind ein anderer Mensch. […] In den Gehirnen von überforderten, zappeligen Kindern findet man in einer Vielzahl von Bereichen Veränderungen, die offenbar genau diese wichtigen Ruhephasen so schwierig machen“,so Prof. Hüther. Das Gefährliche an diesen Prozessen sehe ich gerade darin, dass ich als Eltern eben nicht weiß, ab wann und zu welchem Zeitpunkt Veränderungen oder gar Schädigungen im Gehirn meines Kindes stattfinden.

Wer also dem Kind die besten Bedingungen und Fähigkeiten mitgeben möchte,  um im Leben zu bestehen und bis in das hohe Alter seine Freude am Leben und Lernen, seine Neugier und seine Fähigkeiten zur Anpassung aufrecht zu erhalten, der sollte dem Kind echte Sinneserfahrungen ermöglichen.

Zusammenfassend fördert Fernsehen nämlich genau die negativen Faktoren, die Prof. Hüther herausgestellt und als Blockierer für „Die Herausbildung komplexer Verschaltungen im kindlichen Gehirn […]“ identifiziert hat.

„[…]wenn Kinder in einer Welt aufwachsen, in der die Aneignung von Wissen und Bildung keinen Wert besitzt (Spaßgesellschaft),
wenn Kinder keine Gelegenheit bekommen, sich aktiv an der Gestaltung der Welt zu beteiligen (passiver Medienkonsum),
wenn Kinder keine Freiräume mehr finden, um ihre eigene Kreativität spielerisch zu entdecken (Funktionalisierung),
wenn Kinder mit Reizen überflutet, verunsichert und verängstigt werden (Überforderung),
wenn Kinder daran gehindert werden, eigene Erfahrungen bei der Bewältigung von Schwierigkeiten und Problemen zu machen (Verwöhnung),
wenn Kinder keine Anregungen erfahren und mit ihren spezifischen Bedürfnissen und Wünschen nicht wahrgenommen werden (Vernachlässigung).“

Prof. Hüther: http://www.gerald-huether.de/

Warum kann ich trotzdem Gründe nachvollziehen, aus denen Eltern ihre Kinder ab und zu fernsehen lassen (jedoch niemals vor dem vierten Lebensjahr: siehe Bundesprüfstelle jugendgefährdender Medien)

  1. Es kann Extremsituationen geben, in denen der Fernseher eine letzte Option ist. Sei es, dass Eltern krank sind oder einfach nicht mehr können oder einfach nur noch überfordert sind.

Jedoch würde ich persönlich eher Hörspiele vorziehen. Damit ist wenigstens die Setzung der Bilder innerlich aus dem Kind heraus gesichert und kommt nicht von außen.

2. Selbstredend müssen Kinder nicht bis zum 18. Lebensjahr isoliert von TV und Medien leben. Es ist etwas sehr individuelles ab welchem Alter Kinder ausreichend gefestigt sind um den Medien und ihren möglicherweise schädlichen Wirkungen ausgesetzt sein zu können. Deshalb müssen Eltern diese Entscheidung ebenso individuell für ihr Kind treffen.

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