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Landart Balance

Im Gegensatz zu vielen Blogs, Einträgen und Kommentaren bin ich der Meinung: Fernsehen ist weder notwendig für Kinder noch ist es der Entwicklung der Kinder zuträglich. Warum ich dieser Meinung bin möchte ich im Folgenden näher ausführen. Ich werde regelmässig einen weiteren Grund einfügen, bis zumindest meine „Top Ten“ aufgeführt sind

5.  Entwicklungsschäden sind häufig kausal nicht einer Ursache zuzuordnen. Meist wirken mehrere Faktoren unglücklich zusammen. Aus diesem Grund ist es schwierig,  Entwicklungsschäden eindeutig dem Fernsehen zuzuordnen; ich führe sie aber trotzdem hier auf, weil alleine der beitragende Charakter des Fernsehens als Ursache für mich persönlich ausreicht.

Im Folgenden einige Schäden, die auch auf TV Konsum zurück zuführen sein können. Je jünger die Kinder, desto stärker die schädigende Wirkung. Die Folgen sind nicht zwangsläufig direkt sichtbar und können sich auch erst später zeigen, unter Umständen erst im Erwachsenenalter:

  • – Übergewicht -> Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen
  • – Fehlende Impulskontrolle
  • – Frustrationsintoleranz
  • – Angstörungen
  • – Unruhe und Nervosität bis zur Hyperaktivität
  • – Unaufmersamkeit
  • – Konzentrationsdefizite
  • – Aggressionen
  • – Bewegungsstörungen
  • – Sprachdefizite
  • – Aggressives Sozialverhalten (oder sozialer Rückzug )
  • – Unrealistisches Körperbild und Essstörungen

Steht ein Fernsehgerät im Kinderzimmer, ist das korrelierte Risiko für eine Sprachentwicklungsverzögerung bei Vorschulkindern um 45% erhöht.

So zeigt eine Langzeitstudie aus Kanada (untersucht wurden 1314 Kinder), dass die untersuchten zwei- bis vierjährigen „Vielseher“ als Zehnjährige in der Schule schlechtere Leistungen aufwiesen. Aber nicht nur das; sie hatten auch soziale Probleme mit den Klassenkameraden, waren weniger sportlich und hatten ein höheres Gewicht als die Vergleichsgruppe. Das klare Statement der Studie: zuviel TV-Konsum in jungen Jahren hinterlässt nachhaltige Spuren. Die leitende Professorin begründet: „Die frühe Kindheit ist eine entscheidende Zeit für die Entwicklung des Gehirns und die Entstehung von Verhalten“

http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:studie-forscher-sehen-entwicklungsschaeden-durch-tv-konsum/50109233.html

Eine weitere Studie aus Neuseeland, weist darauf hin, dass hoher TV-Konsum im Kindes- und Jugendalter für das ganze Leben schädigt. Es wurde  ein erhöhter BMI, vermehrter Tabakkonsum und eine schlechtere Leistungsfähigkeit des Herzens und der Gefäße festgestellt. Dr. Hancox, Leiter der Studie, fasst zusammen: „Unsere Erkenntnisse legen nahe, dass der übermäßige TV-Konsum der jungen Leute weitreichende Auswirkungen auf den Gesundheitszustand im Erwachsenenalter haben wird.“ […] „Die Erwachsenen werden wiederum selber davon gesundheitlich profitieren, wenn sie als leuchtendes Vorbild vorangehen und den Fernseher abschalten. Wir sind der festen Überzeugung, dass der Reduzierung des TV-Konsums eine Priorität im Gesundheitswesen eingeräumt werden sollte.“

Robert J Hancox, Barry J Milne, Richie Poulton . Association between child and adolescent television viewing and adult health: a longitudinal birth cohort study . Lancet2004; 364: 257 aus: http://www.9monate.de/fernsehen_studie.html

All jenen, die befürchten, dass Kinder, die spät an TV und Computer herangeführt werden, drohen Computer und Fernsehsüchtig zu werden, sei hier noch einmal deutlich widersprochen. Kein suchtförderndes Agens sollte dosiert verabreicht werden, um Sucht zu verhindern (auch nicht in kleinen Dosen). Eine Zuckerabhängigkeit wird auch nicht durch mässigen Zuckerkonsum verhindert, sondern durch Abstinenz. Jeder Raucher wird bestätigen, dass ein dauerhaftes dosiertes Rauchen eher zur Abhängigkeit führt als gar nicht zu rauchen.

Das Gegenteil ist der Fall. Sind Kinder gestärkt in ihren Fähigkeiten und in ihrer Gewohnheit sich zu bewegen und ECHTE Sinnes- und Erlebniserfahrungen zu machen, so besteht weniger Gefahr, dass sie in Abhängigkeit zu  Computer – oder TV geraten.

„Jene Kinder, die dagegen in die Computerwelten abtauchen, lernen dort allzu schnell, dass alles funktioniert, wenn man nur den richtigen Knopf drückt. Die tolerieren keine Fehler mehr, halten Frustrationen nicht stand und sind nicht mehr in der Lage, ihre Impulse zu kontrollieren. In der echten Welt finden sie sich nicht mehr zurecht. Sind Kinder dagegen Teil einer lebendigen Gemeinschaft und erleben wie etwa bei den Pfadfindern echte Abenteuer, geraten sie viel seltener in den Sog virtueller Welten: Die spielen weniger am Computer und schauen bei weitem nicht so viel fern. Und auch im späteren Leben entwickeln sie weniger Angststörungen und sind nicht so verunsichert. Das werden in der Regel recht gestandene Persönlichkeiten.“

http://www.gerald-huether.de/populaer/veroeffentlichungen-von-gerald-huether/zeitschriften/geo-kompakt-interview-gerald-huether/index.php

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