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Wer sich an die eigene Kindheit erinnert, an die Spannung, das Geheimnisvolle, die Düfte zur Advents- und Weihnachtszeit; das gemeinsame Backen, Singen und Basteln, der kann und sollte es Kindern nicht vorenthalten, diese Erlebnisse und Erfahrungen auch machen zu können. Ohne Frage: die Weihnachtszeit ist für Eltern anstrengend. Man ist, ob des Alltagsstresses möglicherweise  gar nicht in Adventsstimmung  und hat noch viel weniger Lust, die Wohnung zu schmücken und zu dekorieren.  – Für den 1. Advent, die Adventskalendertage, den Nikolaus, (Lucia) und Weihnachten.

Ich selber bin kein großer Freund von Weihnachten, würde mich sogar als typische Weihnachtboykotierer outen. Hätte ich keine Kinder,  ich hätte nicht den Ansatz einer Dekoration in meiner Wohnung, nicht einmal einen kleinen Tannenzweig.  Natürlich erinnere ich mich gerne an meine Kindheit und den Zauber von Weihnachten. Mich plagen also somit keine traumatischen Weihnachtserlebnisse. Trotzdem, heute ist mir ein gutes Buch und ein Glas Rotwein lieber als jeder Adventskranz und jedes Kommerzgedränge. In den Supermärkten ist der Kampf um den letzten Lindt-Weihnachtsmann entbrannt; Kinder heulen, weil der Adventskalender nicht den Wünschen entspricht, aus jedem Winkel dudelt Weihnachtsmusik. Und dann das Manische, Aufgesetzte, Äusserliche: es ist Weihnachten! Lasst uns glücklich sein, irren Blicks Schnäppchen jagen, unsere Kinder mit allem möglichen und unmöglichen Dingen überhäufen; an jeder Ecke Lichter, immer größer immer bunter; an jeder Ecke ein Weihnachtsmann, wie aus der frischsten Coca Cola Werbung. Kurz, ich kann mit Weihnachten nichts anfangen.

Trotzdem startet jetzt die Elternhochsaison für mich. Jeden Advent kommt ein wenig Schmuck hinzu und in den Nächten vor den einzelnen Festen, wie Nikolaus oder Weihnachten, heißt es, mit drei Stunden Schlaf auszukommen. Weil alles ja irgendwie heimlich und des Nachts passieren muss. Allen Neueltern kann ich nur raten, sich vorsichtig an Weihnachten heran zu tasten, sich nicht vom Erziehungsurlaub oder der Elternzeit verführen zu lassen und ob der freien Zeit, die Messlatte für das Fest und dem Drumherum zu hoch zu hängen.  Die Kinder merken es sich genau und erwarten JEDES Jahr denselben Standard. Einmal gesetzte Dinge werden als Familientradition zukünftig eingefordert und wessen Filius in den ersten Adventstagen seinen Freunden vom Nikolaus erzählt, der ja immer goldene Nüsse aus seinem Sack verliert, der wird sehr schnell das Goldspray besorgen und nächtelang Nüsse besprühen. Lernt aus meinen Fehlern. Ich sitze jeden Adventssonntag und backe und bastel. Warum? Meiner Abneigung zum Trotz: es ist auch eine Belohnung an mich selbst, in die leuchtenden Augen meiner Kinder zu schauen – und die Erinnerung an das eigene Erleben und Empfinden. Der Anblick ihrer vor Aufregung roten Wangen und vom Staunen über den Zauber und die geheimnisvollen Wunder strahlenden Gesichter. Und man erkennt, Weihnachten ist jedes Jahr und für jedes Lebensjahr einmalig.

Kleiner Nachtrag: Heute war Sternebasteltag und ich habe euch eine kleine Anleitung für die Fenstersterne zusammengestellt. Diese Sterne können schon von 4-jährigen gebastelt werden. (Anleitung hier)

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