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Gestern hatte ich wieder einmal ein Erlebnis der 5. Art. Ein Erlebnis, dass zeigt, wie viel verkehrt laufen kann mit unseren Kindern.

Aber vom Anfang. Bei uns war gestern der erste richtige Schneetag – und WIE es geschneit hat. Es schneite und schneite und am Ende bedeckten wunderbare 20 cm Schnee die Landschaft.  Ich habe zur Feier des Tages meine Kinder früher  abgeholt und Arbeit Arbeit sein lassen. Schlittenfahren geht vor! Wir wohnen ja nicht in Schweden, wo jedes Jahr meterweise Schnee fällt und die Kinder einfach in einem Winterzauberland wohnen dürfen.

Wir haben also die Schlitten genommen und sind schnell zum Rodelberg gestapft. Viele Kinder und Eltern hatten offensichtlich dieselbe Idee und eigentlich sah man nur strahlende und jauchzende Kinder. Meine persönliche Freude aber wurde mehr und mehr begleitet von einer Fassungslosigkeit, als ich mich unten und oben am Hügel bewegte.

Nicht nur dass ich dort viele rücksichtslose Erwachsene (Eltern!) sah, die in aller Ruhe mitten auf der Rodelbahn spazierten und somit ein Hindernis und eine Gefahr für die rodelnden Kinder darstellten. Das schockierenste Erlebnis waren die Kinder, die bereits nach einer „Bergbesteigung“ zu erschöpft waren, um noch weiter zu rodeln. Jetzt muss ich erläuternd hinzufügen: ich wohne nicht in den Alpen! Ich wohne, quasi im Flachland und der Rodelberg ist ca 200 Meter hoch.

Diese „erschöpften“ Kinder ruhten sich dann nicht einfach aus, um dann weiter zu machen, sondern sie fingen an zu quängeln: “ Mama, Schlittenfahren ist doof, ich will wieder nach Hause.“Wenn der Aufforderung nicht nachgekommen wurde, wurde das Quängeln lauter: „Mama, ich will diesen Berg nicht noch einmal hochlaufen, ich will nachhause und Nintendo spielen.“  Wer jetzt hofft, dies wäre ein Einzelfall und somit aufgrund der Masse der Kinder statistisch erklärbar, den muss ich enttäuschen. Es gab viele, viele solcher Kinder, die entweder kaum Kraft und Ausdauer hatten, mehr als 1-2 Mal den Berg hoch zulaufen, oder die bereits mit düsteren Blicken beim Schlittenfahren ankamen, weil sie lieber zuhause bleiben wollten,  wo Computer und Co warteten.

Ich zumindest konnte meine Kinder mit ihren roten Wangen und begeisterten Jauchzern nur mit dem Versprechen aus dem Schnee holen, dass morgen dieser noch genauso liegen wird. Und ich muss sagen, ich bin froh, dass dieses -in meiner Generation noch völlig normale – Verhalten meinen Kindern erhalten geblieben ist und wir überhaupt gar kein TV oder Nintendo, Wii oder sonstiges zuhause haben.

Was aus diesen bewegungslosen, lustlosen und freudlosen Wesen werden wird, macht mir Sorgen und beschäftigt mich seit gestern.

Hier einige Gedanke zur Bewegung für Kinder und ihre Bedeutung. 

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