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Sprache und MedienIm Gegensatz zu vielen Blogs, Einträgen und Kommentaren bin ich der Meinung: Fernsehen ist weder notwendig für Kinder noch ist es der Entwicklung der Kinder zuträglich. Warum ich dieser Meinung bin möchte ich im Folgenden näher ausführen. Ich werde regelmässig einen weiteren Grund einfügen, bis zumindest meine „Top Ten“ aufgeführt sind

Mein Grund Nr. 8 betrifft die Sprachentwicklung der Kinder und damit die abnehmende Sprachkompetenz, die überall beklagt wird (Spracharmut bei Schülern immer auffälliger).

Fehlende Sprachkompetenz im Sinne eines schwindenden Wortschatzes, einer undeutlichen Aussprache, eines verminderten Sprachverständnisses und fehlender Erzählfähigkeit. Sprache steht in Familien nicht mehr im Mittelpunkt. Seit der Fernseher und das Radio die Sprachhoheit in den Familien übernommen hat, beschränkt sich die Kommunikation auf praktische Anweisungen und dort, wo sich  Familien noch den Raum schaffen auf das gemeinsame Essen. Wo sitzen Familien noch zusammen am Kaminfeuer und lauschen und erzählen Geschichten? Wann können Kinder noch in Ruhe Gesprächen folgen? Politische Diskussionen oder Gespräche über Kunst und Kultur im Freundes -und Familienkreis gehören der Vergangenheit an. Lange vergessen sind die Traditionen der Aufführung kleiner Theaterstücke oder Puppenspiele, oder gar der Rezitation von Gedichten, Geschichten oder dem gemeinsamen Singen. Das so gesprochene Wort ist ebenso aus unserem Alltag verschwunden wie ausführliche Briefe oder das Führen von Tagebüchern. Sprache reduziert sich auf Kurznachrichten, auf Emails und auf kurze und knappe Berichte beim Essen.

Nun mögen manche Eltern einwerfen, dass im TV genug gesprochen wird, die Kinder also ständig mit Sprache konfrontiert werden… Solch vom emotionalen Bezug abgekoppelte Sprache führt jedoch nicht zur Sprachförderung. Sprache wird aber nur dort emotional erlebt und erfahren – und damit erlernt- , wo sie im direkten Austausch mit Menschen. Nur so kann das Kind mit der Sprache interagieren und kann sich einbringen. Kann Fragen stellen, kann Worte wiederholen lassen, es kann die Dynamik der Sprache verändern. Eine Audio CD oder der TV redet einfach weiter. Weder die Geschwindigkeit noch der Inhalt sind auf die doch sehr individuellen Bedürfnisse der einzelnen Kinder abgestimmt. Kinder tendieren dann dazu, abzuschalten und sich berieseln zu lassen. Eine aktive Sprachgestaltung sieht anders aus.

http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article13667105/Fernsehen-stoert-die-fruehe-Sprachentwicklung.html

In einer Studie mit 332 Kindern über einen Zeitraum von 4 Jahre, fanden Psychologen heraus, dass insbesondere kleinere Kinder bei zunehmenden TV-Konsum zunehmende Sprachmängel aufwiesen. Diese Mängel und die daraus resultierenden Probleme, zeigten sich bei den Kindern oft erst in den Folgejahren: Ihr Wortschatz war gering, ihr grammatikalisches Verständnis wenig ausgeprägt (Zum Beispiel konnte nicht erklärt werden warum der Satz „Mama stellt die Vase in den Tisch“ falsch ist), und ihre Erzählfähigkeit beschränkt -ein wichtiges Kommunikationsinstrument- war reduziert.

Der Hirnforscher Manfred Spitzer bringt diese Aussagen auf den Punkt: „TV und -DVDs seien für die Sprachentwicklung doppelt so schlecht, wie tägliches Vorlesen gut sei“ er bezieht sich damit auf eine US Studie mit 1000 Babys zwischen acht und 16 Monaten. http://www.focus.de/schule/familie/medien-tipps/hirnforschung-baby-tv-macht-dumm_aid_385553.html

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