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EmpathieIm Gegensatz zu vielen Blogs, Einträgen und Kommentaren bin ich der Meinung: Fernsehen ist weder notwendig für Kinder noch ist es der Entwicklung der Kinder zuträglich. Warum ich dieser Meinung bin möchte ich im Folgenden näher ausführen. Ich werde regelmässig einen weiteren Grund einfügen, bis zumindest meine „Top Ten“ aufgeführt sind

Unser Leben ist bestimmt von sozialen Interaktionen mit anderen Menschen und erfordert eine hohe Kommunikationsfähigkeit und Empathie. Hierunter wird die Fähigkeit verstanden, sich in andere hinein zu versetzen und sich ihnen gegenüber der Situation angemessen und klug zu verhalten. Es handelt sich also bei der Sozialkompetenz unbestreitbar um eine sehr wichtige Eigenschaft und sie wird schon in frühen Jahren angelegt. In den bisherigen Artikeln zum Thema habe ich schon von der Wichtigkeit der realen Erfahrungswelten für die Entwicklung des kindlichen Gehirns gesprochen. Und insbesondere bei sozialen Kontakten ist es bedeutsam, sich in realen sozialen Räumen aufzuhalten statt in virtuellen. Der Unterschied zwischen virtuellen und realen sozialen Räumen liegt auf der Hand: Reale Menschen kommunizieren ganzheitlich. Es müssen Aktionen und Reaktionen im Zusammenspiel “ausgehalten” werden. Die Reaktion auf verletzende Worte kann direkt wahrgenommen und darauf reagiert werden. Die Körpersprache und die ganze Haltung des Menschen senden wichtige Signale. Gruppensituationen wie Konflikte können beobachtet und entweder aufgenommen oder es kann eingeschritten werden.

Es geht darum „[…][empathisch] Gefühle anderer Menschen wahrzunehmen, deren Person- und Situationsabhängigkeit zu verstehen und eigene Gefühle auszudrücken. Im Bereich Impulskontrolle geht es darum, sich in Problemsituation zu beruhigen, die eigene Erregung zu kontrollieren und dann systematisch an eine Problemlösung heranzugehen. Im Bereich Umgang mit Ärger und Wut lernen die Kinder, ihre eigenen negativen Gefühle wahrzunehmen, als möglicherweise berechtigt zu akzeptieren, aber dennoch wütendes oder ärgerliches Verhalten zu vermeiden.“ (Preiser, S. (2011) Sozialkompetenz-, Gewaltfreiheits- und Kreativitätserziehung – Psychologische Beiträge. In M. Limbourg & G. Steins (Hrsg.), Sozialerziehung in der Schule (S. 131-156).Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.)

Wenn diese Kompetenzen fehlen, wird konstruktive Konfliktbearbeitung unmöglich und es kommt zu aggressivem Verhalten und zu Defiziten in der Interaktion mit anderen Menschen. Dies führt wiederum häufig zum Ausschluss aus Gruppen und zu Außenseiterpositionen. Gründe für diese fehlenden Kompetenzen werde u.a. “in der Absorption von gemeinsamer Zeit durch Medienkonsum, mangelnde erzieherische Kompetenz der Eltern […] reduzierte elterlicher Präsenz” gesehen. (Preiser, S. (2011) Sozialkompetenz-, Gewaltfreiheits- und Kreativitätserziehung – Psychologische Beiträge. In M. Limbourg & G. Steins (Hrsg.), Sozialerziehung in der Schule (S. 131-156).Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.)

Es entwickeln sich also insbesondere jene Fähigkeiten und Kompetenzen nur unzureichend, die für heutige interaktive Prozesse des täglichen Berufslebens als elementar herausgestellt werden müssen.

Im Prinzip sind alle vorher genannten Gründe ursächlich für die fehlende Sozialkompetenz. Wer als Kind aggressiv ist, keine empathischen Fähigkeiten besitzt, eine geringe Sprachkompetenz aufweist, unbeweglich und interesse- fantasielos ist, der hat es schwer in einer Gruppe zurecht zu kommen. Und zwar meist auch später noch – im Erwachsenenalter.

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