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DSCN1068Gut untersucht ist die Wirkung des Jonglierens auf Erwachsene. Jeden Tag eine Jongliereinlage, schon ist man wach und konzentriert und entspannt. Folglich werden Berichte mit dementsprechenden Forschungsergebnissen mit so wohlklingenden Titeln wie „Jonglieren macht schlau“ überschrieben. Dort heißt es, dass selbst Erwachsene ihre Wahrnehmung rascher Bewegungsabläufe trainieren, die für die Kontrolle motorischer Reaktionsmuster zuständig sind. Herr Prof. Hüther bringt es für die Kinder so auf den Punkt: „wenn sogar das Gehirn von Erwachsenen durch bloßes Jonglieren noch schlauer wird, dann gilt das für die noch viel formbareren Gehirne von Kindern und Jugendlichen, die neue Bewegungen einüben, erst recht.“

Natürlich ist das auch auf andere Sportarten und alle Tätigkeiten, die mit Bewegung zu tun haben zu übertragen. Entwicklung ist ohne sinnliche/reale Erfahrung nicht möglich. Jedes Erlebnis und jede Sinneserfahrung bestärkt das Kind und lässt Entwicklung zu. Sinneserfahrungen, die genau in den entsprechenden Entwicklungsfenstern gemacht werden, führen zur Vernetzung von Nervenzellen im Gehirn.

Deshalb sollten natürlich nicht die Jonglierstudien zum Anlass genommen werden, mit Kindern Jonglierkurse zu belegen oder jeden Tag mit ihnen 10 Minuten in der Werbepause zu jonglieren. Es geht um jegliche und vielseitige Sinnesanregungen. Je mehr und öfter desto besser. Und mit je mehr Freude und Spaß desto noch besser.

Dabei liegt es am Kind, die ihm gemäßen Dinge zu ergreifen, um sich weiterzuentwickeln. Jede „verkurste“ Strategie muss hier fehlschlagen – oder ist bei Erfolg dem Zufall geschuldet. Die Entwicklung wird also gefördert, wenn das Kind Raum hat zu spielen, auszuprobieren, zu erforschen und zu entdecken.

Wer also dem Kind die besten Bedingungen und Fähigkeiten mitgeben möchte, um im Leben zu bestehen und bis ins hohe Alter seine Freude am Leben und Lernen, seine Neugierde und seine Fähigkeiten zur Anpassung, aufrecht zu erhalten, der sollte dem Kind Sinneserfahrungen und viel Bewegungsraum ermöglichen.

Alle Fähigkeiten und Kompetenzen, die wir als Menschen benötigen um unser Leben zu meistern, hängen eng miteinander zusammen. Für Kinder gilt ganz besonders: Schlecht entwickelte motorische – und Eigenwahrnehmungskompetenzen können zu Lautbildungsstörungen und diese wiederum zu Schreibfehlern in der Schule führen (nähere Informationen auch hier).

Wer zum Beispiel Sprache fördern will, macht Fingerspiele und lässt das Kind teilhaben an Geschichten, Reimen und Sprüchen. Wenn Bindungspersonen Freude an der Sprache, am Erzählen und an Wortspielen haben, wird diese gespiegelt und intensiv aufgenommen.

Was sind denn nun empfehlenswerte Spiele und Anregungen für Manager und Kind?
Neben dem Jonglieren gibt es viele Feinmotorikübungen. Sie erfordern keine großen Vorbereitungen. Sie können einfach in den Alltag integriert werden. Teig kneten, Wäsche mit Klammern aufhängen, stricken, häkeln und weben, Gemüse schnippeln, flechten und Knoten binden, basteln…aber auch kleine Fingerspiele und Reime.

Knoten zum Beispiel, fördern nicht nur die Feinmotorik und die Auge-Hand Koordination bei Kindern. Sie sind auch wichtig, draußen und unterwegs und für den Lagerbau. Zusätzlich gibt das Wissen und die erfolgreiche Anwendung den Kindern Selbstsicherheit und Selbstvertrauen. Abgesehen davon wird das Knoten und Entknoten therapeutisch durchaus auch bei Erwachsenen eingesetzt…. bei Managern zum Beispiel lösen sich Stress- und Denkknoten.

Zum Hintergrund: 

Jongliertraining erfolgreich

Die Ergebnisse der Forscher belegen, dass sich die Testpersonen, die an dem Jongliertraining teilnahmen im Vergleich zu der anderen Hälfte der Versuchspersonen wesentlich verbessern konnten. Dieser Befund erhärtet die Vermutung, dass ein spezielles Training die spezifisch räumlich-kognitiven Fähigkeiten verbessern kann.

aus:http://www.zeit.de/karriere/beruf/2012-10/konzentration-gehirnleistung-jonglage

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