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Schreiben in der SchuleDie häufigste Ursache für spätere Schreibauffälligkeiten und Schreibstörungen sind schon im Vorschulalter vorhanden. Die Auswirkungen der Schwächen sind zu dieser Zeit allerdings noch undeutlich. Das letzte Jahr vor der Schule sollte dazu genutzt werden, die Entwicklung der Schreibfähigkeit positiv zu unterstützen und so späteren Schwierigkeiten entgegenzuwirken.

Die Ursachen für Schreibauffälligkeiten sind vielfältig und treten selten isoliert auf. Nicht oder wenig automatisierte Bewegungsprozesse der  Hand-, Finger- und Unterarmmotorik, eine verkrampfte Schreib-/Malhand als Folge mangelnder Muskelspannung, eine nicht gefestigte Stift- und Sitzhaltung oder eine nicht erkannte Linkshändigkeit, können zu Schwierigkeiten führen. Auffälligkeiten im visuellen Bereich (z.B. Fixierungsschwäche, eingeschränkte Augenfolgebewegungen, unwillkürlich einschießende Mitbewegungen in der Augenmuskulatur) können auch Auswirkungen auf die Mal- und Schreibfähigkeit haben. Figuren und Formen werden nur unzureichend erfasst und entsprechend wenig kognitiv verarbeitet.

Dann, in der Schule, fallen Schreibschwierigkeiten schnell auf.  Der Leistungsdruck ist groß, eine genormte Schrift muss erlernt und gefestigt werden. Später soll Schrift schließlich benutzt werden, ohne dass über die Schreibweise eines jeden Buchstabens immer wieder nachgedacht werden muss. Hier muss ein automatisierter Bewegungsablauf gefestigt sein – wie das Fahrradfahren –, in dem Körperspannung, das Sehen, Gleichgewicht und Motorik aufeinander abgestimmt sind. Am Schriftbild werden die Schwierigkeiten spätestens deutlich und nun auch bewertet. Das Schriftbild ist unsauber und teils unleserlich, die vorgegebene Lineatur kann nicht eingehalten werden, es wird zu langsam geschrieben, runde Buchstaben sind eckig. Häufig schon im ersten Schuljahr ist der Frust groß, später leiden Rechtschreibung und Inhalte nur aufgrund motorischer Schwierigkeiten!

Bei Kindern mit Schwierigkeiten in der Feinmotorik fällt häufig schon im Vorschulalter auf, dass Angebote wie Malen, Basteln Schneiden vermieden werden und die Stifthaltung nicht gefestigt ist. Die Handhabung einer Schere und das Ausschneiden bereiten Schwierigkeiten. Ruhiges Sitzen am Tisch z.B. beim Essen fällt den Kindern schwer, die Sitzhaltung wird ständig verändert und Eltern ertappen sich bei vielleicht selbst gehörten Sprüchen aus der eigenen Kindheit: „Sitz` bitte still!“, „Setz` dich grade hin.“, „Nimm die Ellenbogen vom Tisch.“ u.ä..

Das Schreiben ist eine komplexe Leistung und nicht jedes Kind, das ungern malt oder schlecht still sitzen kann wird später Schreibschwierigkeiten haben. Die genannten Beobachtungen können jedoch Anhaltspunkte sein, genauer hinzusehen und sich gegebenenfalls beraten zu lassen.

Es gibt vielfältige Möglichkeiten die Feinmotorik, die visuelle Wahrnehmung, die Bewegungskoordination und die Körperwahrnehmung positiv zu unterstützen und zu fördern, um so die Schreibfähigkeit zu verbessern. Das geeignete Schreibmaterial (Stift, ggf. Lineatur), ein auf die schreibende Person abgestimmter Sitzplatz für eine optimale Sitzhaltung gehören ebenso dazu wie gezielte Feinmotorikübungen und eine visuelle Wahrnehmungsförderung. Das gezielte Schreiben oder Malen üben gehört nicht dazu und ist eher als kontraproduktiv einzuschätzen.

Im Kindergartenalter steht häufig zunächst die Unterstützung der Grobmotorik und Körperwahrnehmung im Vordergrund. Jedoch auch in diesem Alter gibt es viele Möglichkeiten Feinmotorik und visuelle Wahrnehmung spielerisch zu stärken, einen optimalen Sitzplatz und geeigneten Stift für den Schulanfang zu finden, damit die Freude ein Schulkind zu sein nicht schon nach kurzer Zeit verloren geht.

Andrea Langbehn – Feinmotoriktherapeutin

http://www.schreibmal-kiel.de

Übungen für die Feinmotorik

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