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PIC959 (1)Als bekennender Norde, ist es für mich immer wieder eine Herausforderung an den Karnevalaktivitäten hier im Rheinland teilzunehmen. Inzwischen gehe ich nur in kleine Dörfer und kleine Umzüge um den Massen, dem Lärm und der Rücksichtslosigkeit der leicht angetrunkenen Menge zu entgehen. Je älter mein Sohn wird, desto mehr versuche ich ihm zu vermitteln, dass es nicht nur um das Fangen der Süßigkeiten geht, sondern viel mehr darum, fantasievolle Kostüme anzusehen und Kreative Wagen zu bewundern. Insbesondere die Rücksicht auf die kleineren Kinder ist mir ein Anliegen. Es ist natürlich für größere Kinder ein leichtes, kleine Kinder zur Seite zu schubsen, sich vorzudrängeln oder schneller zu sein beim Aufsammeln. Pädagogisch gesehen, sind solche Anlässe ja immer eine Gute Gelegenheit Rücksichtnahme und Umsicht zu trainieren. Aus diesem Grund erwarte ich von ihm, dass er den kleineren Kindern den Vortritt lässt und vielleicht auch hier und da mal eine aufgesammelte Kamelle in eine kleine Kinderhand drückt, aber auf keinen Fall, ein kleineres Kind zur Seite zu schieben oder gar zu schubsen. Erwachsene, so meine Erklärung an meinen Sohn, sind dort nur um die Kinder zu begleiten, sich an den bunten Kostümen und Wagen zu freuen und nicht um Jagd auf Süssigekeiten zu machen. Soweit zu meiner hehren Theorie…. Was ich dann sehe ist das folgende:

– Erwachsene drängen Kinder zur Seite um ja noch den letzten Bonbon zwischen den Kinderfüssen zu erreichen. Diese Erwachsenen sind aber keine kinderlosen Mitbürger, sondern haben selber kleine Kinder.

– Ein älterer Herr spannt einen Kinderregenschirm über den kleinen Kindern auf, um sich so seine Süßigkeiten zu sichern.

– Eine Oma reißt eine Tafelschokolade aus einem Kinderwagen an sich, in den diese zufällig gefallen war.

– Eine Gruppe von Eltern hüpft und springt am Seitenrand immer weiter zum Wagen um nach „Kamellen“ zu schreien und bemerkt nicht, dass sie die kleinen vor ihnen stehenden Kinder (vielleicht sogar die eigenen?) gefährlich in Richtung Wagen drängt.

Leider sind dies alles Situationen die sich so oder ähnlich mehrfach und an unterschiedlichen Orten und Konstellationen zugetragen haben.

Sind diese Erwachsenen und selbst Großeltern selber mit solchen Vorbildern großgeworden? Gehört dieses Verhalten zum Karneval? Was sind das für Eltern, die dieses Verhalten ja für ihre eigenen Kinder nicht wünschen, aber selber sich nicht zurück halten können.  Es ist ja nun nicht so, dass irgendjemand dort verhungern würde oder sich nicht selber einen billigen Plastikkamm leisten könnte. Warum also mutieren diese erwachsenen Menschen in solche schlimmen Vorbilder? Ist das eine Entwicklung die grundsätzlich in der Gesellschaft passiert und somit das entsprechende Verhalten der Kinder in ihrem späteren Leben vorgezeichnet ist? Oder ist es nur das Rheinland?

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