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DSCN2460Vor einigen Tagen habe ich meine Oma besucht um ihr zu ihrem 90. Geburtstag zu gratulieren. Das damit einhergehende Familienfest inkl. eines Filmbeitrages (alte Super 8 Filme und Fotos wurden digitalisiert) machen mich immer nachdenklich. Auf den alten Bildern sehe ich meine eigenen Eltern. Sie waren damals genauso alt wie ich es jetzt bin. Ich sehe auch meine Oma und ihre Cousinen in meinem Alter. Neben den lustigen Aspekten der veränderten Mode, der Frisuren, der alten Technik und den alten Häusern, sind es die Überlegungen nach ihren Gedanken, ihrer Situation damals, ihrer Einstellung zur Erziehung, die mich nachhaltig beschäftigen. Wie sind sie aufgewachsen, wie und von was wurden sie geprägt und was haben sie dann ihrerseits in die Erziehung und Prägung ihrer Kinder und mir selbst einfließen lassen? Was davon habe ich bewahrt oder unbewusst meinen Kindern mitgegeben? Gibt es familiäre Erziehungsmuster über Generationen hinweg? Wie stark werde ich von den Frauen, ihren Erlebnissen und ihren Prägungen in meiner Erziehung geprägt? Welcher Anteil kommt von außen?

Klären lässt sich das sicherlich alles nicht vollständig. Es hilft aber, bestimmte Muster und Punkte zu verstehen und vielleicht auch Verhaltensweisen und „vererbte“ Erziehungsmuster zu durchbrechen.  Ein weiterer Ansporn viel mehr die Zeit mit meinen Kindern zu genießen war eine Reihe von Fotobüchern meiner eigenen Kinder. Diese hatte ich meiner Oma zu jedem Weihnachten geschenkt. Nun steht in ihrem Regal eine Zeitreihe und Zeitdokumentation meiner eigenen Familie und irgendwann werden vielleicht die Kinder meiner Kinder und ihre Kinder sich über die alten Bilder, Frisuren und Mode amüsieren und ganz neue Möglichkeiten der technischen Darstellung von Bildern oder Filmen haben. Ich bin auf jeden Fall froh, diese alten Erinnerungen in den wunderbar selbst gestalteten Fotobüchern jedes Jahr verewigt zu haben.  Eine ganz wichtige Erfahrung habe ich aber aus diesen Feiertagen mitgenommen. Wie wichtig es ist das Hier und Heute zu nutzen und zu genießen. Wir leben alle viel zu sehr in der Vergangenheit und in der Zukunft, statt in der Gegenwart. Die Zeit rennt und jedes Erlebnis wird irgendwann zur wertvollen Erinnerung.

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